Früher war alles irgendwie besser
Wochenende der Dauerbrenner am Tanzbrunnen: Talentprobe, Folklorefest und Bläck Fööss. Die Bläck Fööss holten Altbewährtes aus 30 Jahren aus ihrer Hitkiste hervor. Spielten aber auch ein neues Stück.
"Wenn sich de Famillich triff, kütt nor vun allem et Bess op d'r Desch“ - oder auf die Bühne. Beim traditionellen Familienfest mit mehr als 5500 Fans - die großen zumeist rund um ein Kölsch-Fässchenschunkelnd, die Kleinen mit Fritten rut-wieß - am Tanzbrunnen hatten die Bläck Fööss nach dem inzwischen 30 Jahre alten Auftaktlied vom „Familijedaach“ fast 40 Songs aus ihrer reichhaltigen Hit-Kiste zusammengestellt: von A („Ahl Säu“) bis Z („Zollstock“). Beim letzteren sorgten Peter Schütten , Bömmel Lückerath und Kafi Biermann als südamerikanisches Samba-Trio Los Paraneujos verkleidet für Lacher. Aber es gab auch echte Gäste auf dem Podium. So das Bläserquartett der Schäl Sick Horns um Saxophonist Hennes Hehn sowie Soul-Diva Deborah Woodson , die neben „Happy Day“ und Patta Pata“ ganz inbrünstigt das „Wasser vun Kölle“ schmetterte. Zu den alten Bekannten, die vom äußerst textsicheren Publikum fast Wort für Wort mitgesungen wurden, gab es auch, so Bömmel, „eine Weltpremiere“. Erstmals stellten die Fööss das neue Krätzchen „He deit et wieh“ vor - ein witziger Rückblick in die Anfangstage der Band vor 40 Jahren: „Uns Föttcher woren heiß un die Röggelcher wärm. Hück ham'mer statt Mädcher en Wärmfläsch em Ärm. Denn he deit et wieh un do deit et wieh. Alles war schön es, dat darf mer nit mieh. Un alles wat jot deit, dat kann mer nit mieh.“
Einen Tag zuvor waren zum Gaudi der meisten Zuschauer nochmals Kandidaten angetreten, die sich vor genau 30 Jahren schon einmal bei der „Talentprobe“ versucht hatten. Wer schon damals nicht singen konnte hatte, hörbar nichts hinzugelernt. Da half es auch nicht, dass der aufgebrezelte Elvis-Verschnitt Wilfried Henne mit Künstlernamen Jonny Winter antrat und sich von einigen Bekannten mit Plüschtieren bewerfen ließ. Konsequenter da schon Wilfried Liebetraut , der 1979 mit Günter Meurer als Liedermacher-Duo aufgetreten war. „Die Musik ist für mich schon lange vorbei. Ich singe hier nicht.“